Gerade bei Trockenheit ist eine nachhaltige Bewässerung, richtiges Gießen, besonders wichtig.

Durch die heißen Sommer und den viel zu geringen Niederschlag wird Wasser zu einem kostbaren Gut. Die Pflanzen werden auf eine harte Probe gestellt. Gemüse, Blumen, Gehölz müssen aber nicht vertrocknen, wenn sie mit der richtigen Gießtechnik gegossen werden.

Den Garten richtig gießen:

Zu welchem Zeitpunkt?

Am besten früh am Morgen, wenn es noch kühl ist, die Pflanzen bekommen keinen Schock vom kalten Wasser und es verdunstet weniger. Die Blätter trocknen im Lauf des Tages, sind weniger anfällig für Pilzerkrankungen und es gibt weniger Schäden durch nachtaktive Schnecken.
Die zweite gute Möglichkeit ist der kühle Abend, außer es ist offensichtlich dass Pflanzen schlapp machen – dann tagsüber immer wieder kleine Dosen handwarmes Wasser gießen. Achtung, gerade tagsüber nicht die Blätter mit Wasser benetzen, Tropfen wirken wie Brenngläser in der Sonne.

Wieviel gießen?

Richtig gießen bedeutet gründlich gießen und das braucht Zeit!
Mit einem langen Gießstab direkt am Boden an den Wurzeln der Gartenpflanzen gießen. Am Besten in so großen Mengen dass nicht nur die Beetoberfläche benetzt ist, sondern das Wasser auch in tiefer Schichten reicht. Mit einer „good soak“, wie die Engländer sagen, bringen wir die Pflanzen dazu tiefer zu wurzeln, da die Wurzeln dem Wasser beim Wachsen folgen. Pflanzen die tiefer wurzeln, trocknen nicht so schnell aus und man spart dabei sogar Wasser.

Also nicht jeden Tag einen Schluck, sondern lieber alle drei Tage eine ordentliche Menge. Man kann seinen Garten z.B. in mehrere Bereiche aufteilen, und jeweils nur einen Teilbereich länger und intensiv gießen, dann verteilt sich der Zeitaufwand auf mehrere Tage.

Gießen mit Gießstab

Eine grobe Übersicht für benötigte Wassermengen in verschiedenen Gartenbereichen:

  • Küchengarten rund 10 – 15 Liter pro Quadratmeter alle drei Tage
  • Staudenbeete und gemischte Rabatten ca. 20 Liter pro Quadratmeter alle drei Tage
  • Eingewachsener Rasen 10 Liter pro Quadratmeter und Woche

Neupflanzungen und Töpfe/Kübel sollten regelmäßig und häufiger gewässert werden.

Mit der Gießkanne kann man die Wassermenge ganz gezielt dosieren.
Wer mit dem Gartenschlauch gießt kann mit einem 10 l Eimer testen, wie viel Zeit es braucht ihn zu füllen, bzw. wer beim Gießen nicht die ganze Zeit auf die Uhr schauen möchte, kann innerlich ein Lied singen um die Zeit abzuschätzen. Einen Quadratmeter so lange gießen, bis das Lied jeweils soweit gesungen ist.
Es gibt natürlich auch technische Lösungen, Produkte die man auf den Schlauch steckt, die die Durchflussmenge zählen.

Feuchtigkeitsprobe

Wie tief das Wasser eingesickert ist kann man mit dem Spaten prüfen. Eine halbe Stunde nach dem Wässern sollte der Boden 15–20 cm durchfeuchtet sein. Eine einfache Regel sagt, dass ein Liter Wasser den Boden 1 cm durchfeuchtet. Für eine 20-Zentimeter-Durchfeuchtung sind also ca. 20 Liter pro Quadratmeter nötig.

Wieviel Wasser Pflanzen benötigen hängt natürlich von den einzelnen Pflanzenarten und der Bodenbeschaffenheit ab.

Bewässerung durch Ollas

Hochbeete trocknen sehr schnell aus. Die Feuchtigkeit kann man recht günstig durch selbstgebaute Ollas erhöhen. Dazu nimmt man zwei unglasierte Tontöpfe, verschließt das untere Loch und verklebt die beiden mit Bienenwachs. In die Erde eingegraben, gibt der offenporige Ton das Wasser langsam an die umgebenden Erde ab. Die Bewässerung erfolgt direkt im Wurzelbereich ohne zu verdunsten. Wenn sie leer sind, können sie einfach durch das Loch oben nachgefüllt werden.

selbstgemachte Olla

Wasser sparen, Verdunstung vermeiden:

  • Die Speicherfähigkeit des Bodens durch das Einarbeiten von Kompost erhöhen.
  • Je weniger Boden blank liegt, desto weniger Wasser verdunstet. Den Boden beschatten mit Bodendeckern oder im Gemüsebeet mit Blumen (wie Ringelblumen und Tagetes) oder Salaten zwischen langsam wachsenden Gemüsesorten (z.B. Kohlarten).
  • Mulchen, um auf offenen Beetflächen die Verdunstung zu verringern. Zum Mulchen eignen sich unterschiedliche Materialien, wie dünn aufgebrachter angetrockneter Grasschnitt, Heu, Holzhächsel und Schafwolle.
  • Hacken. – Einmal gehackt ist wie drei mal gießen. Vor dem Mulchen hacken und auch auf offenen Beetflächen. Durch das Hacken werden die Kapillaren in der Erde, durch die das Wasser aufsteigt und verdunstet, unterbrochen.

Man könnte seinen Garten durch eine entsprechende Pflanzenauswahl umgestalten und an den Klimawandel anpassen, aber das ist noch einmal ein ganz anderes Thema …

Schafswolle Mulch