Den Garten im Herbst genießen und mit ein paar einfachen Vorbereitungen für einen perfekten Start ins Frühjahr und reiche Ernte im nächsten Jahr sorgen.
Der Spätherbst besticht mit seinen letzten Blüten, dem goldenen sanften Licht, Blätter rascheln und milden Temperaturen. Vor den ersten starken Frösten ist der beste Moment um den Garten winterfest zu machen.
1. Blumenzwiebeln für einen blühenden Start in den Frühling
Herbst und Winter bieten die Chance Blumenzwiebeln zu setzen. Mit verschiedenen Zwiebeln kann man von Januar mit Krokussen bis Mai/Juni mit Zierlauch durchgehend Blüte und Farbe generieren.
Im Herbst den Frühling pflanzen – zum Glück gibt es Zwiebeln


2. Gräser stehen lassen – zum Schutz und für Struktur
Die abgestorbenen Stängel und Blätter schützen den Vegetationspunkt der Gräser im Winter und sollen nicht abgeschnitten werden.
Lange Halme und weiche Blütenrispen geben dem Garten Rhythmus, Struktur, Bewegung und bilden einen Kontrast zu spätblühenden Stauden und farbigen Hecken. Die Stängel bieten auch eine Überwinterungsmöglichkeit für Insekten und Wildbienen.
Bei empfindlichen Arten wie Pampasgras ist es sinnvoll, Laub anzuhäufen und den Schopf zusammenzubinden um das Innere vor zu viel Feuchtigkeit zu schützen. Chinaschilf wird erst im Frühjahr zurückgeschnitten, wenn der erste Neuaustrieb zu sehen ist.


Sandrohr/Reitgras Calamagrostis Karl Foerster (oben) und Federgras (Stipa) werden im Frühjahr nur mit den Händen (mit Gartenhandschuhen) ausgekämmt.
Zauberhafter Garten im Winter
3. Stauden – auf den Rückschnitt verzichten für die Optik und Tiere
Stängel und Blätter sind für einige Pflanzen ein wichtiger Frostschutz für den Wurzelbereich der Pflanzen (besonders wichtig bei Gräsern und Montbretien).
Sonnenhüte, Kugeldisteln, Astern und Fetthenne sind nicht nur eine Zierde mit ihren hübschen Frucht- und Samenständen, sondern auch Nahrung für Vögel. Die trocknen, holen Stängel und Blattachsen dienen außerdem vielen Insekten als Winterquartier, Wildbienen überwintern dort als Puppe oder Larve. Schmetterlinge legen ihre Eier außen an Stauden ab, um dort zu überwintern.
Am besten so viel Stauden wie möglich bis in den ins späte Frühjahr (Mai) stehen lassen. Oder, wenn man ab März schneidet, das Schnittgut aufrecht stehend lagern damit die darin nistenden Insekten nicht gestört werden.


Immergrüne Stauden, wie Wolfsmilch, Salbei, Knollenbrandkraut bringen noch ein paar grüne Tupfer ins Beet. Bodenfrost und Sonnenschein setzen vor allem diesen Pflanzen zu, da sie aufgrund des gefrorenen Bodenwasser keine Feuchtigkeit aufnehmen, aber über die Blätter Wasser verdunsten. Regelmäßiges Gießen und eine Mulchschicht vermeiden Vertrocknen in frostiger Zeit.
Sommerhelden im Blumenbeet, die perfekten Blumen für trockene Zeiten

4. Herbstlaub nutzen
Laub auf Rasen oder einer Blumenwiese schadet dem Gras. Einfach in die Beete und unter die Büsche kehren oder mit dem Rasenmäher einsammeln.
Unter Sträuchern oder auf blanker Erde in den Beeten sorgt eine mindestens 8 cm dicke Mulchschicht aus Laub dafür dass der Boden nicht austrocknet und die obere Bodenschichten gegen Kälte isoliert ist. Gerade flachwurzelnde Pflanzen wie Johannis- und Stachelbeeren können den Schutz gut gebrauchen.
Eine auf den Blumenbeeten verteilte Schicht ist ein natürlicher Schutz vor Frost und starken Temperaturschwankungen, da kann man empfindliche Pflanzen schon mal großzügig 20-30 cm anhäufeln. Besonders empfindliche Stauden, frisch gepflanzte Gewächse, Rosen, Montbretien, Pampasgras, Cardy und bereits ausgetriebene Lauchzwiebeln profitieren davon.

Regenwürmer, Asseln Mikroorganismen zersetzen das Laub und verwandeln es in Humus, der den Boden anreichert. Es bietet aber auch Versteck für viele Insekten. Und größere Laubhaufen werden vielleicht sogar von einem Igel oder Lurchen als Winterquartier genutzt.
Wenn dann noch etwas übrig ist, kann man das Laub auf einem separaten Komposthaufen oder in Plastiksäcken sammeln, nach circa einem Jahr entsteht wunderbarer Laubhumus.
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5. Gemüsebeete mulchen
Leergeräumte Beete auflockern, Unkraut ausgraben und auf der Erde eine maximal 1 cm dicken Schicht aus gehächselten Pflanzen verteilen. Darauf eine 2-5 cm dicke Schicht Kompost geben. Das Beet mit Karton abdecken und mit Steinen beschweren. Das verhindert Bodenerosion und Mikroorganismen und Regenwürmer haben ausreichend Nahrung und Isolation.
Beete mit Wintergemüse das lange im Boden bleibt wie Grünkohl, Palmkohl und Brokkoli mit 2-5 cm Kompost mulchen.




6. Bäume vor Frostrissen schützen
Die Stämme von jungen Bäumen im Spätherbst durch einen weißen Kalkanstrich, mit Matten aus Bambus oder mit Jute umwickeln, um den Stamm vor Frostrissen zu schützen. Empfindliche Pflanzen kann man außerdem mit einer dicken Laubschicht um den Stamm schützen, manche Pflanzen am besten mit Vlies gegen kalten Wind und Kahlfrost bedecken.

