Es ist immer noch grau und nass, aber es ist wieder länger hell! Sie können es kaum erwarten? Mit Coolflowers kann man schon im Februar drausen mit der Aussaat beginnen und einjährige Sommerblumen ziehen!

Kaltkeimer, sogenannte winterharte Einjährige, denen die Kälte nichts ausmacht (einige benötigen den Kältereiz zum keimen), schließen dann die Lücke zwischen Frühjahrsblühern und frostempfindlichen Sommerblumen im Blumenbeet. Und das beste ist, einmal im Garten, blühen sie im folgenden Jahr noch früher – wenn man sie im Spätsommer versamen lässt!

Ganz unkompliziert! Aussäen und stehen lassen.

Ich säe die frostharten Sorten Ende Februar.
Ähnlich wie beim Salat, säe ich in einfache Plastikschalen (in denen man z.B. Pflücksalat kauft und schneide Löchern im Boden) oder in kleine 9 cm Töpfe. Nach der Aussaat die Erde nur wenig befeuchten und in eine große Plastikkiste (mit Luftlöchern) mit Deckel in den Schatten stellen.

Die Saat machen den natürlichen Prozess des Kühlen und Gefrieren in der Natur mit und keimt bei der richtigen Temperatur von selbst. Die Pflänzchen sind robuster als bei einer Aussaat innen.

Also nicht davon abhalten lassen, wenn auf den Samentüten steht dass man im Februar/März innen vorziehen soll. Wenn man früher startet, dann verändert das das Aussehen des Gartens total. Kornblumen und Mohn blühen dann schon ab Mai.

Details zum Säen im Beitrag Im Winter säen – starte mit Salat im Januar
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links oben: Kornblumen, links unten: Feldrittersporn, rechts: Mohn (Ende April)

Vier Pflanzen, mit denen der Start auf jeden Fall gelingt

Zu den frostharten Sommerblumen gehören:

  • Kornblume
  • Jungfer im Grün
  • Klatschmohn, Päonienmohn, Kalifornischer Mohn, Türkischer Mohn
  • Feldrittersporn

Kornblume, Jungfer im Grün und  Feldrittersporn sind Dunkelkeimer und werden gesät und mit ein wenig Erde bedeckt.

Auch bei Pflanzen mit empfindlichen Wurzeln, die man lieber direkt ins Beet säen soll, wie Mohn, Jungfer im Grün und Feldrittersporn funktioniert die Anzucht in der Kiste. Wenn die Keimlinge sehr dicht stehen immer als kleine Klumpen auspflanzen.

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oben: Kornblumen und Jungfer im Grün, unten: Kornblumen mit Bienen

Mohn

Bei Mohn gibt es unterschiedliche Arten. Alle bestechen durch ihre zarten Blüten und attraktive Samenkapseln, die man für Blumensträuße oder getrocknet verwenden kann.

Theoretisch kann man Mohn, wie alle Kaltkeimer, im August/September aussäen – Samen ins Beet streuen, so wie er sich in der Natur selbst aussät und über den Winter wachsen lassen – wenn man rechtzeitig daran denkt.

Ich säe ab Ende Februar in Töpfe mit Anzuchterde, vor Regenschauern geschützt aufgestellt. Denn Mohnsamen sind fein und werden unbedeckt nur auf die Erde gesät (Lichtkeimer). Um nicht zu viele Samen auf einmal zu säen gibt einen Trick: mit einem angefeuchteten Zahnstocher jeweils nur wenige Samen aus der Tüte aufnehmen.

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päonienmohn

Klatschmohn oder Päonienmohn bringen immer wieder neue Blüten hervor und sind eine prächtige Ergänzung im Staudenbeet. Sie säen sich selbst aus, wenn man einige Samenstände stehen lässt.

Päonienmohn (Papaver somniferum) mit seinen üppig gefüllten Blüten hat Ähnlichkeit mit einer Pfingstrose, einer Päonie.

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Seidenmohn
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Seidenmohn (Papaver rhoeas) ist die Weiterzüchtung von Klatschmohn, mit größeren meist ungefüllten Blüten.

Auch den mehrjährige Türkische Mohn (Papaver Orientale), den es nicht nur in rot gibt, kann man zu dieser Zeit aussäen. Er ähnelt dem Klatschmohn, wird eine große Pflanze bis zu 1 m hoch, kann riesige Blüten haben und die Blätter bleiben im Winter als grüne Staude stehen. Anders als die anderen Mohnarten sät er sich nicht einfach selbst aus.

Der gelbe Karlifornische Mohn, auch Schlafmützchen genannt, keimt problemlos im Beet, den ziehe ich nicht vor.

Türkischer Mohn

Türkischer Mohn (Papaver Orientale)

Feldrittersporn

Rittersporn bereichert den Garten mit wunderbaren Blütenrispen in leuchtenden Blautönen. In Deutschland verbindet man im allgemeinen den Stauden-Rittersporn (Delphinium) damit.

Garten-Feldrittersporn, auch Sommer-Rittersporn (Consolida ajacis), der im Englischen Larkspur genannt wird, ist nicht mit Stauden-Rittersporn (Delphinium) zu verwechseln! Die einjährige Pflanze blüht wochenlang, hat fein gefiederte Blätter und wird ca. 1 m hoch.

Feldrittersporn wird, anders als sein großer Bruder, von Schnecken verschmäht. Was wunderbar ist, da Delphinium oft gar keine Chance hat.
Feldrittersporn gibt es außer in Blau noch in vielen anderen Farben wie Rot, Lila, Flieder, Pink und behält die Farbe beim Trocknen.
Wenn man Kinder hat soll man bedenken, dass alle Sorten Rittersporn in allen Teilen giftig sind!

feldrittersporn

Weiter Kaltkeimer

Pflanzen, die ich getestet habe, die aber nicht immer verlässlich aufgehen

  • Orlaya (Strahlenbreitsame) – in der Selbstaussaat erfolgreicher
  • Skabiose
  • Muschelblume
  • Natternkopf

Orlaya

Orlaya (Strahlenbreitsame)